{"id":1685,"date":"2014-08-12T07:12:24","date_gmt":"2014-08-12T06:12:24","guid":{"rendered":"http:\/\/swiss-functional-training.ch?p=1685"},"modified":"2019-10-23T18:45:40","modified_gmt":"2019-10-23T17:45:40","slug":"funktionelle-bewegungsmuster-teil-1-asymmetrien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swiss-functional-training.ch\/?p=1685","title":{"rendered":"Funktionelle Bewegungsmuster (Teil 1): Asymmetrien"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/swiss-functional-training.chwp-content\/uploads\/2014\/08\/Asymmetrien-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1705\" src=\"http:\/\/swiss-functional-training.chwp-content\/uploads\/2014\/08\/Asymmetrien-Kopie-300x247.jpg\" alt=\"Asymmetrien\" width=\"300\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Asymmetrien-Kopie-300x247.jpg 300w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Asymmetrien-Kopie-600x495.jpg 600w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Asymmetrien-Kopie-363x300.jpg 363w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Asymmetrien-Kopie.jpg 625w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Dass Sport meines Erachtens nicht zwangsl\u00e4ufig gesund ist, habe ich in einem meiner <a href=\"http:\/\/swiss-functional-training.ch?p=783\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ersten Blogs<\/a> geschrieben, dass auch Bewegung nicht per se gesund ist, f\u00fchre ich darin ebenfalls\u00a0auf. In diesem ersten Artikel hier (einer 3-teiligen Folge) m\u00f6chte ich darauf eingehen was unfunktionelle (ungesunde) Bewegungsmuster kennzeichnet (Teil 1: Asymmetrien, Teil 2: unerw\u00fcnschte weiterlaufende Bewegungen) und in Teil 3 dann eine M\u00f6glichkeit\u00a0aufzeigen, funktionelle Bewegungsmuster zu beurteilen. Diese Artikelreihe ist eine leicht verk\u00fcrzte und aktualisierte Form des Kapitels 8 aus meinem Text &#8218;Beweglichkeit&#8216;.<!--more--><\/p>\n<p>Das Konzept welches ich hier\u00a0vertrete ist nach Paul Ingraham wohl dem Bereich der &#8218;Strukturalisten&#8216; zuzuordnen und nach einem <a href=\"http:\/\/saveyourself.ca\/articles\/structuralism.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier verlinkten\u00a0Potcast<\/a> von ihm, welchen ich sehr spannend finde, bin ich etwas ins Gr\u00fcbeln gekommen wie stark dieser von mir hier vertretene Strukturalismus Sinn macht. Paul Ingraham versteht kurz gesagt folgendes unter einem Strukturalisten:<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: normal; color: #000000;\">&#8222;&#8218;Structuralism&#8216; is my own term for the\u00a0<\/span><em style=\"font-weight: normal; color: #000000;\">excessive<\/em><span style=\"font-weight: normal; color: #000000;\">\u00a0focus<\/span><a id=\"ref4\" class=\"ref noteworthy\" style=\"font-weight: bold; color: #336699;\"><\/a><span style=\"font-weight: normal; color: #000000;\">\u00a0in the physical therapies on postural and biomechanical factors in pain problems \u2014 the\u00a0<\/span><em style=\"font-weight: normal; color: #000000;\">biomechanical bogeymen<\/em><span style=\"font-weight: normal; color: #000000;\">.&#8220;<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Ich frage mich etwas in wie weit der Grundsatz &#8217;never change\u00a0a running system&#8216; Sinn macht. Oder anders ausgedr\u00fcckt; macht es Sinn bei einer Person ohne Schmerzen an Asymmetrien oder Ausweichbewegungen pr\u00e4ventiv zu arbeiten oder k\u00f6nnen dadurch mehr Probleme entstehen als gel\u00f6st werden? Es gibt Menschen mit einer offensichtlichen Beinachsenfehlstellung\u00a0ohne Schmerzen und solche mit einer optimalen Beinachse, welche aber Knieschmerzen haben. Inwiefern macht es also Sinn im Training auf eine &#8218;korrekte&#8216; Beinachse zu bestehen?<\/p>\n<p>Im Moment komme ich aber nach wie vor zum Schluss, dass das nun im folgenden aufgezeigte Konzept\u00a0mehr Vor- als Nachteile hat und wende es auch an. Es dient mir als Leitplanke, mit dem Wissen, dass die Leitplanke wohl nicht so starr ist wie wir sie von Strassen kennnen. Es w\u00fcrde mich aber\u00a0sehr interessieren, wie du das siehst?<\/p>\n<p>Nun aber zu den funktionellen bzw. unfunktionellen Bewegungsmustern (ich spreche lieber von artgerecht bzw. nicht artgerecht):<\/p>\n<p>Sehr stark mit der Thematik der Funktionellen Bewegungsmuster setzt sich das <em>Konzept der Funktionellen Bewegungslehre<\/em> auseinander, welches auf die Schweizer Physiotherapeutin Susanne Klein-Vogelbach zur\u00fcckgeht. Im Buch <em>\u201aPraxis LWS Erkrankungen \u2013 Diagnose und Therapie\u2018<\/em>\u00a0ist folgendes zu lesen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEine grundlegende Forderung nach dem FBL-Konzept ist es, Haltung und Bewegung \u00f6konomisch zu gestalten und damit die muskul\u00e4re Arbeit optimal zu regulieren. Dadurch werden die passiven Strukturen (z. B. Bandscheiben, B\u00e4nder, Sehnen, Knochen) maximal gesch\u00fctzt\u201c (Eckardt, 2011, S.91).<\/p><\/blockquote>\n<p>Aus diesem Zitat habe ich versucht zu\u00a0formulieren was funktionelle bzw. artgerechte Bewegungsmuster sind: Es sind meiner Meinung nach, <em>artgerechte Bewegungsmuster, welche \u00f6konomischer sind als andere und die muskul\u00e4re Arbeit optimal regulieren, wodurch die passiven Strukturen maximal gesch\u00fctzt werden<\/em>.<\/p>\n<p><em>Gray Cook<\/em> (2010, S.399) macht es mir einfacher wenn er sagt, dass die meisten Menschen unfunktionelle Bewegungsmuster erkennen k\u00f6nnen, aber M\u00fche haben zu erkl\u00e4ren was funktionelle Bewegungsmuster sind.<\/p>\n<p>Dies best\u00e4tigt auch Susanne Klein-Vogelbach, welche im Buch von <em>Supp\u00e9<\/em> zitiert wird:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eLaien k\u00f6nnen die ver\u00e4nderten Bewegungsmuster genauso gut erkennen wie Physiotherapeuten. Der Mensch ist mit seinen ,artgerechten\u2018 Bewegungen vertraut\u201c (Klein-Vogelbach, 1995 zit. nach Supp\u00e9, 2007, S.144).<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch f\u00fcr mich ist es einfacher zu verstehen was unfunktionelle (nicht artgerechte) Bewegungsmuster sind. Betrachte beispielsweise das folgende Bild, meines Erachtens befinden sich weder die Hunde noch die Menschen in diesem Bild in artgerechten Bewegungsmustern. Und im Gesundheitssport haben solche Bewegungsmuster meines Erachtens nichts zu suchen. Die Gefahr insbesondere f\u00fcr die Kniegelenke ist viel zu gross und der praktische Nutzen f\u00fcr den Alltag kann ich nicht erkennen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/swiss-functional-training.chwp-content\/uploads\/2014\/05\/What-the-Fuck-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1611 size-large\" src=\"http:\/\/swiss-functional-training.chwp-content\/uploads\/2014\/05\/What-the-Fuck-Kopie-1024x1024.jpg\" alt=\"unfunktionelle Bewegungsmuster\" width=\"584\" height=\"584\" srcset=\"https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/What-the-Fuck-Kopie-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/What-the-Fuck-Kopie-150x150.jpg 150w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/What-the-Fuck-Kopie-300x300.jpg 300w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/What-the-Fuck-Kopie-600x600.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das sind\u00a0nun nat\u00fcrlich Extrembeispiele, aber ich denke, wenn wir unfunktionellen Bewegungsmustern mehr Aufmerksamkeit schenken und sie zu beseitigen versuchen, dann kommen wir nach meiner \u00dcberzeugung den funktionellen Bewegungsmustern und damit der <em>optimalen Beweglichkeit<\/em>, entscheidend n\u00e4her.<\/p>\n<h2>Unfunktionelle Bewegungsmuster \u2013 unfunktionelle Beweglichkeit<\/h2>\n<p>Ich m\u00f6chte deshalb nun auf den ersten von zwei zentralen Aspekten eingehen, welche <em>unfunktionelle Bewegungsmuster <\/em>und damit auch potentiell ungesunde Bewegungsmuster\u00a0charakterisieren. Es sind dies <em>Asymmetrien<\/em>, sowie <em>unerw\u00fcnschte weiterlaufende Bewegungen.<\/em><\/p>\n<h1>Asymmetrien<\/h1>\n<p>Asymmetrien sind f\u00fcr mich deutlich einfacher zu erkennen, zu beschreiben und so m\u00f6chte ich mit diesen beginnen.<\/p>\n<p>Die Beseitigung von Asymmetrien ist dann\u00a0auch der erste Fokus in der Praxis, welcher sich meiner Meinung nach lohnt angegangen zu werden.<\/p>\n<p>Unser\u00a0Bewegungsapparat ist gr\u00f6sstenteils symmetrisch aufgebaut. Wenn wir unseren K\u00f6rper in der Sagittalebene teilen, finden wir in der rechten K\u00f6rperseite dieselben Muskeln, Knochen, B\u00e4nder, Nerven, Gelenke, etc. wie in der linken K\u00f6rperseite. Ich denke wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass wir mit der rechten K\u00f6rperh\u00e4lfte in etwa dieselben Bewegungen ausf\u00fchren k\u00f6nnen wie links. Wenn ich mit der linken Hand bis an eine bestimmte Stelle am R\u00fccken greifen kann, dann sollte dies wohl auch mit der rechten Hand m\u00f6glich sein. Ist dies nicht der Fall habe ich eine Asymmetrie entdeckt, welche ich mir im Verlaufe meines Lebens erworben habe, aber mit grosser Wahrscheinlichkeit war diese nicht nat\u00fcrlich schon bei der Geburt vorhanden (Ausnahmen gibt es meistens). Viele Bewegungen beanspruchen aber gleichzeitig die rechte und die linke K\u00f6rperseite, wie zum Beispiel der Ausfallschritt. Wenn ich z.B. in der Lage bin mit dem rechten Fuss einen Ausfallschritt auf einer Linie zu machen und dabei im Oberk\u00f6rper stabil bleibe, ich aber eine deutlich schlechtere Ausf\u00fchrung hinkriege, wenn ich mit dem linken Bein voran gehe, dann habe ich wohl auch eine Asymmetrie und sollte diese nach meinem Empfinden beseitigen. Vielleicht denkst du nun; ja aber jeder von uns hat eine bevorzugte Seite, entweder man ist Linksh\u00e4nder\/in oder Rechtsh\u00e4nder\/in. Das ist sicherlich richtig, davon spreche ich hier aber nicht. Ich spreche hier von Asymmetrien auf einer viel grunds\u00e4tzlicheren Ebene. Ich denke wir sind uns wohl einig,\u00a0dass wir im Einbeinstand links wie rechts gleich gut sein sollten. Wir laufen ja schliesslich t\u00e4glich mit rechts und links und h\u00fcpfen nicht auf unserem Sprungbein durch die Gegend. Ich denke viele von uns gehen mit Asymmetrien durchs Leben und wissen dies insgeheim auch, sind sich aber nicht bewusst, dass sich diese unter Umst\u00e4nden negativ auf ihren Bewegungsapparat auswirken k\u00f6nnen, da dieser nicht gleichm\u00e4ssig belastet wird. Ob und wie genau sich Asymmetrien negativ auf den K\u00f6rper auswirken, das ist sicherlich sehr komplex und nicht nagelfest zu quantifizieren (hier setzen die in der Einleitung geschriebenen Gedanken zum Strukturalismus an) Ich pers\u00f6nlich f\u00fchle mich aber besser, wenn ich <em>zumindest ansatzweise symmetrisch<\/em> bin und habe das Gef\u00fchl, dass &#8218;mein K\u00f6rper&#8216; dann besser funktioniert. Ich denke das sieht auch Gray Cook so, wenn er folgendes sagt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cThe ultimate representation of harmony within the body is symmetrical and unrestricted movement patterns\u201d (Cook, 2010, S.214).<\/p><\/blockquote>\n<p>Erkenne ich eine Asymmetrie in meinem Bewegungsverhalten, dann habe ich das intuitive Gef\u00fchl, dass ich um es umgangssprachlich auszudr\u00fccken \u201averzogen\u2018 bin und mein Fahrgestell wieder etwas ausrichten bzw. zentrieren sollte. Wenn ich eine Acht in einem meiner Velor\u00e4der habe, dann versuche ich diese ja auch zu beseitigen und warte nicht, bis die Acht immer noch gr\u00f6sser wird. Dasselbe Prinzip ist es auch mit &#8218;unserem K\u00f6rper&#8216;. Wenn ich \u201averzogen\u2018 bin, dann versuche ich das zu beheben, denn einfach so durch Zufall ist zumindest bei mir noch nie eine Acht wieder gerade geworden, eher das Gegenteil ist der Fall.<\/p>\n<p>Ich zum Beispiel habe fr\u00fcher\u00a0meinen R\u00fccken immer nur mit der linken Hand mit Sonnencreme eingecremt, da ich mit dieser deutlich besser an die Brustwirbels\u00e4ule greifen konnte. Ich war mir nicht bewusst, dass es viel sinnvoller w\u00e4re zu versuchen den R\u00fccken mit meiner rechten Hand einzucremen und meine Schwachstelle damit zu bek\u00e4mpfen, als einfach die einfachere Variante zu w\u00e4hlen. Ich vermute solches Verhalten kennen die meisten von uns. Wieso den m\u00fchsamen aber sinnvollen Weg w\u00e4hlen, als den bequemen Weg. Auch &#8218;unser K\u00f6rper&#8216; kennt solche Strategien. Ich w\u00fcrde aber nicht sagen weil &#8218;er&#8216; zu faul ist, sondern wohl eher, weil &#8218;er&#8216; uns unsere Bewegungsw\u00fcnsche erf\u00fcllen m\u00f6chte. Und damit sind wir beim zweiten Aspekt von unfunktionellen Bewegungsmustern, den unerw\u00fcnschten weiterlaufenden Bewegungen, auf welche ich dann in meinem n\u00e4chsten Blog eingehen werde.<\/p>\n<p>Ich hoffe dass du etwas n\u00fctzliches in diesem Blogpost erfahren hast und w\u00fcrde mich \u00fcber deine Gedanken dazu sehr freuen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne:<\/p>\n<blockquote><p>First move well, than move often.\u00a0(Gray Cook)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/swiss-functional-training.chwp-content\/uploads\/2013\/11\/Die-Erweiterte-Bewegungspyramide-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-800\" src=\"http:\/\/swiss-functional-training.chwp-content\/uploads\/2013\/11\/Die-Erweiterte-Bewegungspyramide-Kopie-1024x731.jpg\" alt=\"Die Erweiterte Bewegungspyramide\" width=\"584\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Die-Erweiterte-Bewegungspyramide-Kopie-1024x731.jpg 1024w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Die-Erweiterte-Bewegungspyramide-Kopie-300x214.jpg 300w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Die-Erweiterte-Bewegungspyramide-Kopie-420x300.jpg 420w, https:\/\/swiss-functional-training.ch\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Die-Erweiterte-Bewegungspyramide-Kopie.jpg 1984w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Quellen: Beim Autor erh\u00e4ltlich<\/p>\n<h3><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Sport meines Erachtens nicht zwangsl\u00e4ufig gesund ist, habe ich in einem meiner ersten Blogs geschrieben, dass auch Bewegung nicht per se gesund ist, f\u00fchre ich darin ebenfalls\u00a0auf. 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